Wie kann der Spezialist helfen, damit ich meinen Zahn behalte?

Da das Wurzelkanalsystem des Zahnes, ähnlich wie die Zweige eines Baumes, viele kleine Verästelungen (bis zu 0,06mm Durchmesser) aufweist, können diese nur unter Zuhilfenahme eines Mikroskops sichtbar gemacht werden. Endodontie: diese Technik, sowie entsprechend flexible und mikrofeine Instrumente erlauben eine optimale Vorbereitung zur Entfernung der Bakterien und des erkrankten Gewebes. Es ist eine mikroskopische Wurzelbehandlung, die viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung benötigt. Die endgültige Entfernung geschieht anschließend mit Hilfe mehrerer Spüllösungen. Es folgt eine Aufbereitung der Wurzelkanäle mit hochelastischen Mikrofeilen. Abschließend wird das gesamte Wurzelkanalsystem mit Guttapercha befüllt und abgedichtet.

Sandra Guggenberger Endodontie Dental-Mikroskop


Fragen & Antworten zur Wurzelkanalbehandlung

Welche anderen Möglichkeiten habe ich, den Zahn zu erhalten?

Die Wurzelkanalbehandlung stellt die letzte Möglichkeit dar, den Zahn erhalten zu können. Sie ist die einzige Alternative zur Entfernung des Zahnes. In den meisten Fällen muss ein verloren gegangener Zahn durch Zahnersatz (z. B. Brücke oder Implantat) ersetzt werden.

Wie ist die Prognose einer Wurzelkanalbehandlung?

Von der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung wird die Erfolgschance einer unkomplizierten Erstbehandlung mit bis zu 95% angegeben. Bei einer Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung und bei komplexeren Fällen, bei denen entsprechend ungünstigere Ausgangsvoraussetzungen vorliegen, wird die Erfolgsquote immer noch mit über 80% angegeben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese hohen Erfolgszahlen nur durch den konsequenten Einsatz der neuesten Behandlungsmethoden und Behandlungstechniken erreicht werden können.

Können alle Zähne mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden?

Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass es so nicht möglich ist eine Infektion zu beseitigen. Manchmal muss zusätzlich ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden, um den Zahn erhalten zu können.

Ist eine Wurzelkanalbehandlung schmerzhaft?

Mit den heutigen Anästhetika (Betäubungsmitteln) können Schmerzen sicher ausgeschaltet werden. In den meisten Fällen wird ein bestehender Schmerz erst durch eine Wurzelkanalbehandlung beseitigt. In einigen Fällen kann der Zahn nach der Behandlung für kurze Zeit sensibel sein. Dies ist meist eine Folge der vorangegangenen Infektion.

Wer führt eine Wurzelkanalbehandlung durch?

Jeder Zahnarzt hat während seiner Ausbildung die Grundprinzipien der Wurzelkanalbehandlung gelernt und kann damit eine einfache Wurzelkanalbehandlung durchführen. Bei vielen Zähnen ist die Durchführung einer erfolgreichen Behandlung jedoch sehr schwierig. Eine langfristig erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung benötigt zusätzliches Spezialinstrumentarium, Wissen und Erfahrung. Aus diesem Grunde gibt es in vielen Ländern Fachzahnärzte für Endodontologie. Auch in Deutschland gibt es Zahnärzte, die sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung sehr ausgiebig fortgebildet haben. Wir verfügen sogar über die zusätzliche Ausbildung zum Master of Science Endodontie.

Was kommt nach der Behandlung?

Viele wurzelbehandelte Zähne sind aufgrund ihres großen Defektes bruchgefährdet. Deshalb wird nach einer Wurzelkanalbehandlung der Zahn häufig mit einer Krone versorgt, um ihn zu stabilisieren. Bei ausgedehntem Substanzverlust kann es auch notwendig sein, den Zahn mit einem Wurzelstift wieder aufzubauen.

Sind Röntgenaufnahmen notwendig?

Bei einer Wurzelkanalbehandlung sind vor, während und nach der Behandlung Röntgenaufnahmen notwendig, um einen sicheren und kontrollierten Behandlungsverlauf zu gewährleisten.


Was geschieht bei einer Wurzelkanalbehandlung Schritt für Schritt?

1. Kofferdam

Zunächst wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam) zum Mundraum hin isoliert. Damit wird zum einen verhindert, dass Bakterien aus dem Speichel in den Zahn gelangen können, zum anderen wird sicher verhindert, dass Spülflüssigkeiten in den Rachen gelangen.

2. Zugang

Der Zahnarzt verschafft sich einen Zugang zum Kanalsystem. Dabei muss er die äußerst feinen Kanalstrukturen sehr vorsichtig offenlegen, um den Zahn nicht unnötig zu schwächen. Dabei sind Vergrößerungssysteme (wie z. B. Lupenbrille oder Mikroskop) oft unumgängliche Hilfsmittel damit der Arzt auch kleinste Details sicher erkennt und substanzschonend behandeln kann.

3. Aufbereitung

Im weiteren Verlauf reinigt der Zahnarzt die Kanäle mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spülungen. Wichtig ist vor allem, die Kanäle auf voller Länge zu reinigen. Dafür ist die Anfertigung von Röntgenbildern notwendig. Zusätzlich kann die Kanallänge auch elektrometrisch sehr genau bestimmt werden. Manchmal sind auch mehrere Sitzungen für medikamentöse Zwischeneinlagen notwendig, um den Zahn von Bakterien zu befreien.

4. Füllung

Nachdem die Kanäle gründlich gereinigt wurden, füllt der Zahnarzt das Kanalsystem mit Guttapercha, einem biokompatiblen Naturmaterial. Dadurch wird verhindert, dass Bakterien das Kanalsystem wieder besiedeln und infizieren können. Hinterher wird der Zugang durch die Zahnkrone mit einem Füllungsmaterial wieder dicht verschlossen.